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Jahr

1988

Archiv

AHM

Bezeichnung

1988 - "Bügeleisen - ein Fossil auf Museums-Abstellgleis", Ausschnitt vom 06.10.1988

Volltext

Siemens-Güterbahnlokomotive Nr. 3 dampft nicht mehr „Bügeleisen" - ein Fossil auf Museums-Abstellgleis SPANDAU/KREUZBERG Ein Fossil der Technik ist aus dem Spandauer Stadtbild verschwunden. Die Siemens-Güterbahnlokomotive Nr. 3 gehört der Eisenbahngeschichte an. Fußgängern und Autofahrern auf der Nonnen-dammallee zwischen Sie-menststadt und Haselhorst wird das „Bügeleisen" fehlen, wie die grüne Lokomotive wegen ihres Aussehens zärtlich genannt wurde. Zum 1. Oktober haben Dieselloks ihren Dienst übernommen. Zu dem Spitznahmen kam der Veteran, als man ihn teilte. 1903 war die Lokomotive nämlich noch doppelt so groß und befuhr als Hochgeschwindigkeitslokomotive die Teststrecke zwischen Berlin-Marienfelde und Zossen mit einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern. Auf dem 20 Kilometer langen Gleisnetz zwischen dem Güterbahnhof Ruhleben und dem Siemens- Hausgerätewerk in Gartenfeld fuhr die Lok schließlich nur noch Schrittempo. So wurde sie halbiert und das andere „Bügeleisen" zum Denkmal beim Bundesbahn-Zentralamt in München. Ehrenplatz im Museum für Technik Das Spandauer „Bügeleisen" wird nun einen Ehrenplatz in einem der Lok-Schuppen des Museums für Verkehr und Technik in Kreuzberg erhalten. Die Rhenus AG, die auch die Mineralöltransporte zu den Öllagern des Senats und der Mineralölfirmen am Salzhof koordieniert, betreibt die Siemens-Güterbahn in Zukunft mit modernen Lokomotiven. Siemens bleibt aber Eigentümer der Bahnanlage, deren Betrieb in eigener Regie mit Elektrolokomotiven nicht mehr wirtschaftlich erschien. Damit wird jetzt das gesamte Transportaufkommen der Firma in Berlin durch spezialisierte Speditionsunternehmen ausgeführt. Schon in den 50er Jahren hatte Siemens nach und nach den eigenen Lastkraftwagen-Fuhrpark aufgegeben und wie Luft- und Wassertransporte an Vertragspartner übergeben. Als die Siemens-Werkbahn 1908 in Betrieb genommen wurde, rollte fast das gesamte Transportaufkommen über die Schiene. Inzwischen hat sich der Lastkraftwagen wegen seines flexibleren Einsatzes durchgesetzt. Wie Siemens mitteilt, werden nur noch 20 Prozent der Güter mit der Bahn transportiert, vor allem Waschgeräte des Hausgerätewerks und Kabeltrommeln des Kabelwerkes. 65 Prozent werden mit Lkw, 14 Prozent per Schiff, ein Prozent mit dem Flugzeug befördert, bae Die alte Aufnahme zeigt das „Bügeleisen" auf dem Schienengelände am Rohrdamm. Im Hintergrund der 1918 für das Meßgerätewerk erbaute Siemensturm, dessen Uhr mit sieben Metern Durchmesser damals als größte Europas galt. Foto: Siemens

Abbildung

1988-mfde-buegeleisen-presse-01.jpg

Quelle

Berliner Morgenpost

Publikation

Kategorie 1

Eisenbahn

Kategorie 2

Presse

aktualisiert

2026-08-01